betti

Ein wildes Kind rennt über die Felder, mit einer Stahlkette um den schlanken Leib. Ist das nicht die schüchterne Bettina von nebenan? Aber sie springt ja über den Brennnesselgraben, dort wo er am breitesten ist. Was für ein Sprung!

Bettina verwandelt sich unter dem weiten lichten Himmel und wird zur legendären Betti Kettenhemd, ein Wunder ganz ohne Zauberei. Sie rennt durch die Geschichte und ruft lebensfrohen Unsinn, sie ist klug und schnell. Natürlich brauchen wilde Kinder auch Freunde. Sie hat und findet welche, schwarze Zottige und kleine, muntere Gefiederte, einen Traktorist, einen Dichter und einen Busch. Gefahr droht von einem ordnungsliebenden Freizeitjäger. Dem Dr. Müller-Meckel ist ihre wilde Lebenslust ein Grausen, er hat sie in Fadenkreuz.

Schön ist es auf dem freien Feld am Brennnesselgraben und immer neu im Wandel der Jahreszeiten. Man kann den Flatsch einer Butterbirne hören und den Duft einer heißen Fischsuppe schnuppern. Das Gesicht von Dummbarsch ist so herrlich, wenn er meint, einem Engel begegnet zu sein, der seine Klopsstullen verlangt und und da sind noch die Gundermanns, mit ihren albernen Papierhütchen.

Eine poetische Geschichte von Albert Wendt, weise und heiter über eine Verwandlung, Klopsstullen, schwarze Hunde und das Glück.