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Lindenauer Straßenmärchen

Geschrieben von daniela am 3. August 2010 | Abgelegt unter Presse

Lindenau. Geradezu märchenhafte Zeiten erlebt die Georg-Schwarz-Straße in Lindenau auf ihre alten Tage. Kommen doch junge Leute, entdecken ihr Herz für die maroden Häuser, putzen sie heraus und stellen sogar ein Straßenfest auf die Beine. Märchenhaftes ließ sich an jeder Ecke erleben – manchmal sogar
ganz real – zumindest verbal. Denn allerlei Wunderliches konnten Mädchen und Jungen von Don Quijote hören, hatte der gleichnamige Verein doch seine Leseecke aufgeschlagen und jede Menge Bücher ausgepackt. Geschichten vom Leipziger Märchendichter Albert Wendt waren darunter, aber auch welche von Lindgren, Fallada, Hacks oder Puschkin. “Wir sammeln Bücher und möchten Kinder und Jugendliche mit den Schätzen der Literatur bekannt machen”, sagt Daniela Fels vom Verein Don Quijote. Gute Kontakte gebe es bereits zu den Lindenauer Vereinen. Sie schätzt auch Johanna Gundermann vom Eltern-Kind-Büro “Rockzipfel”. Letzteres hat seit Kurzem sein Domizil in der Georg-Schwarz-Straße 10 aufgeschlagen. Die Idee – ebenfalls märchenhaft: “Arbeiten oder Lernen ohne sich vom Kind trennen zu müssen. Toberaum und Telefon, Internet und gegenseitiges Interesse – “bei Rockzipfel können Eltern ihren Alltag mit Gleichgesinnten verbringen und die Kinder dennoch im Auge behalten”.
Um die Jüngsten kümmert sich auch das Leipziger Kinderbüro: Wie viele Wohn- und Geschäftshäuser stehen auf der Georg-Schwarz-Straße, fragte es beim Stadtteilfest. Mehr als genug, wissen Mitglieder und Freunde vom Verein KunZstoffe und haben sich zwei alten Gebäuden angenommen. “Wir haben sie funktionsfähig und winterfest gemacht, Fenster und Öfen eingebaut, Strom- und Wasserleitungen verlegt”, beschreibt Daniela Nuss vom Vorstand. Mittlerweile sei das Werkhaus belegt – zu den Nutzern gehört auch Sven Winter. Der Fotograf zeigt gegenwärtig seine Serie “Lindenauer Handwerker im Porträt”. Leisten, Schrauben und anderes für seine Schau hat er aus der Materialsammlung von KunZstoffe erhalten. “Dinge, die andere nicht mehr brauchen.” Die Tauschökonomie sei entstanden aus der Zusammenarbeit von Leipziger Ökolöwen und dem Lindenauer Verein. Gespendetes Material sei immer willkommen. Die KunZstoff’ler wissen schon, was zu tun ist. Produktiv sei das Arbeiten in der Georg-Schwarz-Straße auch sonst: “Die Strukturen sind noch offen. Man kann vieles weiterspinnen, ohne das abgebremst wird”, so Winter. “Wir machen was für uns und helfen dabei anderen”, sagt Monika Eppelt vom Verein. “Schönes Viertel, billiges Viertel, verrückte Leute ” bringt es Theresa auf den Punkt und es klingt anerkennend. Die Studentin wohnt in einem Haus am Anfang der Straße.
Ingrid Hildebrandt

Stadtleben Süd – Beilage zur Leipziger Volkszeitung vom 25.6.2010
Fotos: André Kempner

Ein Kommentar zu “Lindenauer Straßenmärchen”

  1. am 30. Juli 2014 um 05:54 1.arturo schrieb …

    rations@gasset.mendelssohns” rel=”nofollow”>.…

    ñïñ çà èíôó….

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