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Don Quijote e. V. freut sich über den 3. Platz des Familienfreundlichkeitpreises

Geschrieben von daniela am 16. Mai 2011 | Abgelegt unter Presse

Leipzig. Zum Weltfamilientag hat Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) in der Kuppelhalle der Leipziger Volkszeitung bereits zum dritten Mal familienfreundliche Leipziger Projekte und Personen ausgezeichnet. Wie die Stadtverwaltung am Sonntag mitteilte, ging der mit 3000 Euro dotierte Hauptpreis an den Verein „Rockzipfel e.V.“, der eine ungewöhnliche Kinderbetreuung anbietet.

Eltern, die von zu Hause aus arbeiten und ihr Kind nicht am „Rockzipfel“ aber in ihrer Nähe wissen möchten, sind genau richtig beim gleichnamigen Verein. In der großen Wohnung in Lindenau treffen sich Eltern mit ihren Kindern zum Spielen und Arbeiten. Ein W-LAN- Anschluss, zwei Computer, Spielräume, eine von den Eltern selbst organisierte Kinderbetreuung und eine Küche, in der Mittagessen gekocht wird – all das ermöglicht den Eltern zu arbeiten, zu studieren, ein Buch zu lesen oder Kontakte zu anderen Eltern zu knüpfen.

Die Kinder können derweil spielen und toben. Die Nutzungspreise können durch Mitarbeit reduziert oder ganz abgegolten werden. Das Projekt bietet ein Konzept für Eltern, die keinen Betreuungsplatz für ihr Kind haben oder brauchen, aber einige Zeit am Tag konzentriert tätig sein wollen und die andere Eltern in genau diesem Interesse unterstützen möchten.

Gewürdigt wurde insbesondere die kreative Idee zur Vereinbarkeit von Familien- und Arbeitsleben und von gegenseitiger Unterstützung sowie das außergewöhnliche Engagement der Organisatoren.

Den zweiten Platz und damit 2000 Euro erhielt der Verein „Kinderherzkammer e.V.“. Kinderkrankenschwestern des Herzzentrums und Eltern organisieren seit vielen Jahren Unterstützung für Eltern herzkranker Kinder. Sie achten auf die Bedürfnisse von Kindern und Eltern in dieser schwierigen Lebenssituation und bieten ehrenamtlich ihre Hilfe an.

So wird beispielsweise Kontakt zu anderen betroffenen Familien hergestellt, alljährlich wird ein Kindersommerfest organisiert, Klinikclowns sowie Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten werden finanziert. Der Verein bietet außerdem Kurse in erster Hilfe für Notfälle bei Kindern an.

1000 Euro für den dritten Platz erhielt der Verein „Don Quijote – Literatur für Kinder e.V.“. Die  Mitglieder dieses Vereins, selbst junge Eltern, haben eine Jurte gebaut, die in der wärmeren Jahreszeit auf Tour geht. In ihr treffen die Kinder und Familien – beispielsweise in den Grünauer Innenhöfen – auf Schauspieler, die alte und neue Kinderbücher vortragen. Neben dem kostenlosen Kunsterlebnis (der Eintritt in die Jurte ist frei) werden Anregungen zum Weiterlesen oder Vorlesen gegeben.

Außerdem organisiert der Verein monatliche Buchlesungen in der Kinderbuchhandlung Serifee, erarbeitet eine Bücherdatenbank für Eltern und Erzieher oder liest auf Festen vor. All das tun die jungen Mitglieder der Vereins in ihrer Freizeit.

Eine vom Kinderbüro Leipzig e.V. unterstützte Kinderjury hat nach selbst aufgestellten Kriterien geurteilt und ihren Preisträger vorgeschlagen: Das familienfreundliche Café „Kap West“ – ein Café mit kostenlosen Veranstaltungen, Kinderkonzerten und einer Spielecke – erhält den mit 1000 Euro dotierten Preis.

Ein Sonderpreis ging an Sonja Brogiato. Als Sprecherin des Flüchtlingsrates Leipzig engagiert sie sich seit Jahren für Flüchtlingskinder und -familien. Insbesondere das Projekt „Integration durch Bildung“, bei dem ehrenamtlich tätige Lehrer Förderunterricht und Hausaufgabenhilfe bis hin zur Abiturvorbereitung erteilen, unterstützte die Familienfreundlichkeit der Stadt auf besondere Weise, hieß es aus dem Rathaus.

Eine Anerkennung und einen Sachpreis erhielten außerdem Annett Bachmann für ihre Petition zur Gleichbehandlung von Patchworkfamilien, der Verein „Leselust Leipzig e.V.“ sowie das Kinderbewegungszentrum „Springmäuschen“ in der Kregelstraße.

„Mit gut 174 Millionen Euro sind die Ausgaben für Kinderbetreuung in Leipzig 2011 so hoch wie nie. Gelebte Familienfreundlichkeit spiegelt sich aber nicht in Zahlen wider, sondern indem wir uns auf Kinder einlassen, mit ihnen etwas gestalten, uns um sie kümmern. Deshalb zeichnen wir jedes Jahr Menschen aus, die sich dafür besonders engagieren“, hob Oberbürgermeister Jung hervor.

„Wir wollen mit dem Preis vorbildliches Engagement für eine familienfreundliche Stadt würdigen und ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Ich hoffe und wünsche, dass die prämierten Beispiele zur Nachahmung und zu weiteren guten Ideen anregen“, so Familienbürgermeister Thomas Fabian.

In der Stadtverwaltung gingen insgesamt 236 Zuschriften mit 80 verschiedenen Vorschlägen für den Preis ein. Neben den Stadtwerken unterstützten Event Park mit dem Freizeitpark Belantis, die Leipziger Messe,  die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft, die Leipziger Verkehrsbetriebe und viele andere Partner die
Preisverleihung.
 
© LVZ-Online, 15.05.2011, 18:01 Uhr

Ein Kommentar zu “Don Quijote e. V. freut sich über den 3. Platz des Familienfreundlichkeitpreises”

  1. am 29. Juli 2014 um 00:04 1.russell schrieb …

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    áëàãîäàðñòâóþ!…

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